Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Montag
Jun172019

Warum gibt es Spargel nicht immer?

Er ist der Fetisch Nummer eins in deutschen Küchen: Spargel.

Kaum beginnt die Saison, benimmt sich der Deutsche wie ein Drogensüchtiger, dessen Dealer sein Ableben angekündigt hat. Jede Line muss da mitgenommen werden, kleinste Fetzen von Spargel auf Restaurantkarten sorgen für die Bestellung des jeweiligen Gerichtes. Denn zu bald heißt es: "Kirschen rot – Spargel tot."

In der neuen Ausgabe unseres Schwester-Podcastes Völlerei & Leberschmerz gehen wir der Spargel-Manie der Deutschen nach und sprechen auch mit einer Hofmitarbeiterin, die hautnah am Stangengeschäft arbeitet. 

Ebenso saisonal wie Spargel kann – und das wird manchen überrachen – mancher Käse sein. Warum? Darüber sprachen wir mit der Göttinmutter des deutschen Käsejournalismus, der Bestsellerautorin Ursula Heinzelmann. 

Hören könnt ihr Völlerei & Leberschmerz in jeder Podcast-App, auf iTunes, Soundcloud, Spotify – oder hier: 

Montag
Apr222019

Völlerei & Leberschmerz auf der Prowein und der SXSW

Jedes Frühjahr ist Düsseldorf… nun ja… hackestramm. Erst kommt der Karneval, klar. Dann aber gastiert die Prowein in der Stadt, eine der wichtigsten Weinmessen der Welt.

In diesen Tagen Restaurantreservierungen zu bekommen, ist praktisch unmöglich. Die Wein-Community trinkt zwar schon tagsüber in den Messehallen, möchte aber am Abend gepflegt essen gehen.


Um die Prowein ranken sich viele Legenden – und viele sind war. Zum Beispiel, dass schon das erste Einatmen in einer der Hallen, den Besucher umhaut: Es ist einfach verdammt viel Wein in der Luft.

Dieses Erlebnis haben aber nur Profis. Denn an Prowein-Karten zu kommen ist sauschwer. Deshalb freuen wir uns, euch in unserem Food-Podcast Völlerei & Leberschmerz mitnehmen zu können auf die Prowein. Und dort treffen wir:

  • Laura Seufert: Die 27-jährige (oben im Bild) krempelt das Weingut Seufert ihres Vaters um. 
  • Eva Raps: Die ehemalige Chefin des VDP hat sich mit 50 den Traum vom eigenen Weingut erfüllt – dem Weingut Kaufmann.
  • Nils Lackner: Der Mitgründer des Weinladens Concept Rieslingerklärt, was ein Händler den Tag über auf der ProWein so tut
  • Petra Spahmer-Rieter: Die Chemikerin hat den Gin mit dem ungewöhnlichsten Namen der ProWein entworfen: Schrödingers Katzen.

Anschließend geht es nach Austin und zu den Food-Trends des Digitalfestivals SXSW. Außerdem habe ich dort Sonya Coté getroffen, die mit ihrem Restaurant Eden East ein Sinnbild für den Wandel der Stadt ist. Und dieser Wandel bedroht ihr kleines Idyll.

Foto: Richard Gutjahr

Abonnieren könnt ihr Völlerei & Leberschmerz in jeder gängigen Podcast-App, auf iTunes, Soundcloud und Spotify. Und die aktuelle Ausgabe könnt ihr hier auch direkt hören:

Freitag
Jan182019

"100/200", Hamburg: Viel Kopf, wenig Lachen

„Hamburg meine Perle“ heißt die heimliche Hymne der Hansestadt.

Ich mag das Lied nicht.

Der Text ist mir zutiefst unsympathisch. Nichts ist hier zu spüren etwa von der Toleranz Kölns, der prolligen Ruppigkeit Berlins, beide mit jeder Menge Selbstironie ausgestattet. Nein, in der Welt des Hamburg-Patrioten gibt es nur die eine Stadt, und alle anderen sind Schrott.

Das darf man hier auch sagen, gern deutlich und deftig (Zitat ‚Hamburg meine Perle’: „Wenn du aus der Hauptstadt kommst, scheißen wir auf dich und dein Lied“). Mit ähnliche Klarheit sieht sich der Zugereiste mitunter konfrontiert, wenn er nicht der Meinung ist, das Wetter sei ein Traum, der HSV einer der führenden Fußballvereine Deutschlands und die kulinarische Szene an Elbe und Alster eine der spannendsten und vielfältigsten im ganzen Land.

Wobei es nur fair ist anzumerken: Bei all diesen Themen tut sich was. So war der Sommer 2018 in der Tat sensationell, der HSV spielt in der 2. Liga bislang einigermaßen vorn mit – und auch kulinarisch bewegt sich der Norden. Aktuelles Beispiel ist die - nach der Eröffnung des spektakulären ‚The Table‘ im Jahre 2015 - wohl gehypteste Neueröffnungen der letzten Jahre: Das "100/200" von Thomas Imbusch.

Wer einen der wenigen Tische reservieren konnte und das Menue vorab bezahlt hat, darf ins Industriegebiet Rothenburgsort kommen, wo das "100/200" in einem Industriegebäude unweit der Elbbrücken seine Pforten eröffnet hat, also fernab der üblichen Ausgehviertel von Hamburg.

Es ist nicht ganz leicht, den Eingang zu finden. Mit dem Aufzug geht es dann ins oberste Stockwerk. Neben einer verspiegelten Tür weisen Pfeile aus Isolierband auf den Klingelknopf hin. Die Tür öffnet sich, ein Servicemitarbeiter empfängt uns, sehr höflich werden wir ins Restaurant geleitet. Das befindet sich in einem komplett schwarzgestrichenen Raum, in dessen Mitte die Küche hell erstrahlt. Sie ist das Herzstück des Raums, angeleuchtet und inszeniert wie ein Boxring, eine Bühne, ein Altar, auf dem ein Hohepriester der staunenden Gemeinde predigt.

Wir werden an die Bar geführt

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Dienstag
Aug142018

"Noma", Kopenhagen: Die Rückkehr des besten Restaurants der Welt

Am Ende dieses Abends, wir sind gerade draußen auf dem Weg zum Taxi, radelt René Redzepi an uns vorbei: Der Chef des “Noma” macht sich auf den Heimweg.

Plötzlich bremst er scharf, steigt vom Rad ab, eilt ein paar Schritte zurück. Er zieht das Handy und macht Bilder seines eigenen Restaurants – fast als könne er auch Monate nach dem Neustart im Norden Kopenhagens nicht glauben, was er da geschaffen hat.

 Verständlich. 

Denn für das einst zum “Besten Restaurant der Welt” erchorenen “Noma” waren die vergangenen zwei Jahre ein heißer Ritt, wie ihn die Top-Gastronomie selten zuvor erlebt hat.

Im Frühjahr 2009 waren wir schon einmal bei Redzepi, der ganz große Wirbel um das “Noma” sollte erst noch einsetzen. Dieses Mittagessen zählte zu den sechs, sieben Menüs, die unser Denken über Essen verändert haben. Zum ersten Mal servierten Köche uns einzelne Gänge, was für ein Unterschied zum steifen Auftreten in anderen Sterne-Restaurants. Und dann diese verspielte Teller mit ganz neuen Aromen – es war eine andere Welt. 

Im Jahr darauf brach der Tsunami los. Zum ersten Mal landete das “Noma” auf Rang 1 jener Liste, die heute “The World’s 50 Best” heißt.

Und das verdient. Einer modernen, nordischen Küche hatte sich das “Noma” verschrieben mit Zutaten, die fast ausschließlich aus Skandinavien stammten – vom dänischen Strandkraut bis zur grönländischen Krabbe. Das war so frisch und neu mit so viel Mut zu bitteren und sauren Aromen, dass die Gourmet-Welt erschüttert wurde.

Vier Mal wurde das Noma „Bestes Restaurant der Welt“ in der Worlds 50 Best Rangliste, nur der Michelin weigerte sich mehr als 2 Sterne zu geben.

René Redzepi mutierte zum Gottvater einer gastronomischen Revolution: Vieles aus dem alten Noma ist heute globales Kochkulturgut. Auch anderenorts sind Köche ins Servieren eingebunden, deutsche Restaurants wie das „Nobelhart & Schmutzig“ oder das „Einsunternull“ in Berlin machten aus der New Nordic Cuisine eine New German Küche. Und der Michelin begeistert sich mit einem Mal für “Casual Fine Dining”. 

Ende 2016 zog Redzepi den Stecker – er wollte einen Neuanfang. Wo, das stand fest: Ein verfallener Marinebau in den Feuchtgebieten des nördlichen Hafens von Kopenhagen sollte die neue Heimat werden. Doch der Umbau zog sich, dauerte anderthalb Jahre. Noch dazu wollte Redzepi keine Investoren. Er finanzierte all dies über Kredite und Popup-Restaurants auf anderen Kontinenten – sehr ungewöhnlich in der Hochgastronomie. 

Im Februar 2018 die Neueröffnung und für uns die Frage: Würde uns das Noma noch einmal so umhauen wie neun Jahre zuvor? 

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Sonntag
Jul232017

Skulptur Projekte: Warum man in diesem Sommer unbedingt nach Münster fahren sollte

Eine Schrebergartenkolonie am nördlichen Rand der Münsteraner Innenstadt. Wir gehen suchend den “Müßiggang” entlang, einen der beiden Hauptwege. Zur Linken liegt “Zur Gießkanne”, das Vereinsheim, in dem anscheinend gerade Hochzeit gefeiert wird. 

Einer der Feiernden verlässt die Gießkanne, er weiß was wir wollen: “Da hinten zum gelben Sonnenschirm” müssten wir. 

Wir kommen ins Gespräch, stehen vor seinem liebevoll gepflegten Schrebergarten mit der BVB-Hummel im Sprayer-Design über der Eingangstür, reden darüber, wie teuer so ein Schrebergarten ist (unter 400 Euro im Jahr, wenn man nicht so viel Strom und Wasser verbraucht), wie viel Arbeit er macht, über Borussia Dortmund und Preußen Münster und über den Garten seiner Ex-Frau schräg gegenüber, die sich in der Mitte des Lebens entschieden hat, künftig Frauen den Männern vorzuziehen.

“Wo bleibst du denn?”, fragt da ein anderer Schrebergärtner, die Hochzeitsgesellschaft warte auf das versprochene Kabel. Der Sohn jenes Nachbars, erfahren wir, hat die Hummel am Eingang der Hütte gesprayt. 

Es sind solche Momente, die in diesem Sommer eine Fahrt nach Münster so empfehlenswert machen. Denn wir sind ja nicht zufällig in jene Schrebergartenanlage gelaufen, sondern weil sich in ihr bis Ende September ein Kunstwerk verbirgt, angelegt von Jeremy Deller, einem der bedeutendsten britischen Künstler unserer Zeit. 

Alle 10 Jahre ist das so in Münster. Dann stehen Skulpturen und Videoinstallationen quer durch die Stadt verteilt an Orten, von denen wir die allermeisten selbst bei regelmäßigen Besuchen der Stadt (die angesichts einer Dauerkarte für Preußen Münster ja stattfinden) niemals finden oder gar betreten würden. 

“Skulptur Projekte” heißt diese Ausstellung, die in diesem Jahr zum fünften Mal stattfindet – und die so ist wie keine andere, die wir kennen. Denn die teilnehmenden Künstler – und wir reden hier von weltweit angesehenen Vertretern ihrer Art – müssen nach Münster reisen um einen Ort auszuwählen, für den sie ein Objekt gestalten. Und dann ist Münster einen Sommer lang voll von Kunst, für die kein Eintritt entrichtet und kein Museum besucht werden muss. 

Nach jeder Ausgabe werden aber auch mehrere Werke angekauft, so dass Münster ohnehin ein kaum bekannter Skulpturengarten ist, in dem jeden Tag Werke von Claes Oldenburg, Richard Serra, Rosemarie Trockel oder Thomas Schütte zu sehen sind. 

Die Offenheit hat bemerkenswerte Folgen.

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