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Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

Praktischer Hinweis: Wenn Ihr in Rubriken suchen wollt, findet Ihr die weiter unten auf der Seite unter dem Stichwort Suchen und Finden!

 

Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Donnerstag
Apr162015

René Redzepi und Jiro Ono: Treffen zweier Meister

Wenn man uns fragt, welches das beste Restaurant ist, das wir bisher besuchten, fällt uns die Antwort leicht: René Redzepis “Noma” in Kopenhagen. 

Genauso einfach die Antwort auf die Frage, welches das beste Sushi unseres Lebens war: das im “Sushi Nakazawa” in New York, dem Restaurant des Lehrlings von Jiro Ono, dem Sushi-Meister aus dem großartigen Film “Jiro dreams of Sushi”. 

Das “Noma” gastierte jüngst einige Zeit in Tokio und dort kam es zum Aufeinandertreffen der Giganten: Redzepi zu Gast bei Jiro. Redzepis Initiative MadFood hat die Begegnung festgehalten und zeigt einen Redzepi, der wie ein nervöser Schuljunge vor dem Direx herumrutscht. Heraus kam ein stilles Gespräch über Ambitionen und das Wichtige im Leben – unbedingt sehenswert: 

 

 

Donnerstag
Apr092015

Cognitive Cooking: Wenn der Computer mitkocht

Wie wäre es mit einem tschechischen Schweinebauch-Moussaka?

Einem österreichischen Schokoladen-Burrito?

Oder doch lieber indonesisches Reis-Chili con Carne mit Vanille?

Was klingt wie die durchgeknallten Kreationen eines von Fusion-Küche besessenen Kochs, sind tatsächlich Rezepte aus einem der ungewöhnlichsten Kochbücher auf dem Markt: „Coginitive Cooking with Chef Watson“. Also, richtig auf dem Markt ist es noch nicht: Es wird erst kommende Woche erscheinen. 

Denn jener Küchenchef Watson ist kein Homo Sapiens – sondern ein Computer. Besser: ein Netzwerk von Rechnern auf dem Campus von IBM. Natürlich ist ihr Einsatzgebiet nicht das Kochen. Das übergeordnete Ziel des riesigen Projektes ist die Entwicklung einer semantischen Suchtechnologie, also einer Software, die menschliche Fragen versteht und die richtigen Antworten gibt. Das klingt simpel, ist aber tatsächlich ein hochkomplexes Problem, auf das auch Google noch keine überzeugende Antwort gefunden hat. Denn was ist gemeint, wenn jemand nach Golf sucht – der Sport, das Auto, eine Küstenregion?

Natürlich will IBM damit seine Big-DataProdukte stärken. Doch ein wenig PR muss eben auch sein, weshalb das Thema Kochen ins Spiel kommt. Der IT-Konzern kooperiert mit der Koch-Ausbildungsstätte Institute of Culinary Education (ICE) und dem Food-Magazin „Bon Appétit“. Ziel: Mit künstlicher Intelligenz Rezepte erzeugen, auf die Menschen nicht kämen.

Den aktuellen Stand präsentierten die Partner jüngst auf der SXSW, der größten Digitalkonferenz der Welt in Austin/Texas, zu der inzwischen auch das Foodfestival „Southbites“gehört. Die Zusammenarbeit von Köchen und künstlicher Intelligenz „ist ein faszinierendes Konzept“, sagte James Briscione, Leiter Food Development beim ICE: „Als Koch lebt man von der Erfahrung und arbeitet mit dem, was man schon probiert, geschmeckt und gerochen hat. Aber man kann nicht mit etwas arbeiten, was man noch nie gesehen hat.“ Watson dagegen schon. Ein Beispiel: „Wir haben erkannt, dass Olivenöl hervorragend zu Äpfeln passt. Doch es gibt in der klassischen Küche kaum Rezepte, die diese beiden kombinieren.“

Watson greift bei seinen Prozessen dabei auf drei Datenbanken zu: die Rezeptsammlung von „Bon Appétit“, eine Liste typischer Zutatenkombinationen in den Ländern der Welt, sowie eine physikalische Klassifizierung. So weiß Watson beispielsweise, dass man Tomaten nicht stundenlang in einer Pfanne braten kann. Aus diesen drei Quellen generieren die Rechner dann neue Rezept-Kombinationen.

Was als PR-Aktion begann, könnte nun aber doch zum Geschäft werden. Denn die neuen Erkenntnisse sind auch für die Lebensmittelindustrie interessant. Und so orakelt Steve Watson, Director beim Watson-Projekt: „Wir reden mit verschiedenen Unternehmen aus der Food- und Geschmacksstoffindustrie. Mehr können wir noch nicht sagen.“

Am Ende könnte auch eine öffentliche Nutzung der Künstlichen Intelligenz stehen. Derzeit braucht man dafür eine Einladung, hier aber das Erklärvideo:

Aber auch Käufer des Kochbuchs dürften einen Zugang zur Datenbank bekommen, zumindest enthielt das Exemplar, das uns das Watson-Team in Austin schenkte einen solchen. Könnte sich also lohnen, das Buch zu erwerben:

 

Donnerstag
Feb192015

Koch für uns, Dawn

Endlich. Am Morgen ist es nicht zappenduster, wenn der Wecker klingelt, am Abend verlassen wir das Büro zumindest noch bei einem Hauch von Licht. Die ersten grillen schon wieder an, auf jeden Fall machen sich die Gärtnernden unter uns Gedanken über die kommende Bepflanzung – und ihre zugehörigen Partner über die passende Musik, die man dazu spielen könnte. 

Und da hätten wir was für Sie, eigentlich gefunden von Deutschlands tollstem Foodblogger Stevan Paul: das amerikanische Duo (und Internet-Phänomen) Pomplamoose. Über Youtube wurden sie bekannt, aber ihr neues Album ist auch über die herkömmlichen Digitalwege zu beziehen – und sprenkelt den Balkon mit luftiger, gutlauniger Elektromusik. 

Aber eigentlich hat Musik hier ja wenig zu suchen, geht es doch bei Gotorio um Essen und Reisen. Aber: Pomplamoose-Sängerin Dawn hat noch eine Leidenschaft: kochen. Und Kochvideos machen. Die sind so witzig und unterhaltsam, dass sie hiermit wärmstens empfohlen seien: 

Samstag
Dez202014

"Sushi Nakazawa", New York: ein Traum von Sushi dank Jiro

Vor uns liegt ein Nigiri auf einem weißen Teller. Und wenn Sie, liebe Leser, das Bild hier sehen, denken Sie sicher: “Sushi. Und?”

Dieses Nigiri könnte überall auf der Welt liegen, seine Proportionen und die fleischige Farbe deutenzumindest auf eine Qualität weit oberhalb von Rewe-Sushi im Plastikkarton hin. 

Deshalb fällt es vielleicht schwer zu glauben, wenn ich schreibe, dass dieses vielleicht hübsche, aber optisch recht gewöhnlich wirkende Stück Fisch auf Reis meine Ess-Welt verändert hat. Nie wieder werde ich Sushi so essen können wie zuvor, nie wieder Sushi so beurteilen wie vor dem Moment, da ich dieses Nigiri auf der Zunge habe. 

Es handelt sich um geräucherten Lachs, der im Mund voll und süß beginnt, sich dann aber mit ganz dezenten Noten in Richtung Rauch und Bitterkeit wandelt um mit einer leicht sauren Note zu schließen. 

Dieses Nigiri hat meine Definition von Sushi auf immer verändert. 

Dass wir im “Sushi Nakazawa” in New Yorks West Village sitzen, verdanken wir einem Film. “Jiro dreams of Sushi” erschien 2011 und ist unter Freunden guten Essens mehr als ein Geheimtipp. Wir sahen ihn Anfang des Jahres auf Netflix und waren gebannt von der Geschichte des damals 85-Jährigen Jiro Ono, dessen Sushi-Restaurant “Sukiyabahsi Jiro” in einer U-Bahn-Station von Tokio zwar nur 10 Plätze hat – aber drei Michelin-Sterne.

Er lebt für Sushi mit einer Detailversessenheit, die an Geistegestörtheit grenzt. In ganz ruhigen Szenen erzäht der Film nicht nur sein Leben, sondern berichtet auch über den Generationswandel und die Frage, wann man sich von einem Lehrmeister trennt und seinen eigenen Weg geht – egal, wie gut dieser Lehrer sein mag. 

Denn “Jiro dreams of Sushi” handelt auch von seinen beiden Söhnen. Der jüngere hat sich mit einem eigenen Restaurant selbständig gemacht und wurde bereits mit zwei Sternen ausgezeichnet, der ältere (zum Zeitpunkt des Films 50 Jahre) bleibt beim Vater mit der Aussicht, eines Tages das Lokal zu übernehmen. 

Seit diesem Film pilgert die Gourmet-Welt zu Jiro. Zum Beispiel Rene Redzepi, Gründer des großartigen “Noma”. Er postete auf seinem Instragram-Account ein Foto von sich und Jiro mit dem Hinweis, dies sei das neue “Ich war im Noma/El Buli”. 

 

I got my picture with Jiro (that’s the new “foraged with noma” - dined at bulli”)

Ein von Rene Redzepi (@reneredzepinoma) gepostetes Foto am Jul 7, 2014 at 8:16 PDT

 

Aber es gibt noch eine Person in “Jiro dreams of Sushi”, doch sie fällt weniger auf, angesichts der Famiilienkonstellation. Ein recht junger, glatzköpfiger Lehrling. Sein Name: Daisuke Nakazawa, Lehrling im 11. Jahr bei Jiro. Als Jiro ihm sagt, dass er endlich einen Eierstich richtig hinbekommen hat, beginnt er zu weinen. 

(Foto: Sushi Nakazawa)

Und hier beginnt die nächste Geschichte, die man kennen muss, um das Nigiri zu verstehen, das für uns alles veränderte.

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Dienstag
Nov182014

Was wir von "Downton Abbey" lernen können

OK, es ist nicht wirklich “Downton Abbey”. Aber dafür sehr, sehr lustig: