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GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

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Dienstag
Sep072010

Mit France Naturelle durch die Provence: Wie Gott in Sie wissen schon

Wir hatten einen Traum: Wanderurlaub in einer Gegend, die landschaftlich reizvoll ist, eine gewisse Schönwettergarantie bietet, mit dem eigenen Wagen angesteuert werden kann und auch im August touristisch nicht zu überlaufen ist.

Träumen ist schließlich erlaubt - Googeln auch.

Und wenn man beides miteinander verbindet, landet man früher oder später auf der  Internetseite von France Naturelle. Das Versprechen des familiengeführten Reiseanbieters aus Rösrath lautet „Reisen fernab der Massen“ und ließ damit in uns sofort die Hoffnung aufkeimen, dass auch Träume ab und an wahr werden können. Und so haben wir ohne lange zu Überlegen die 12tägige Provence-Rundreise gebucht. 

Positiv eingestimmt wurden wir auf unsere Reise Wochen, bevor wir los gefahren sind. Das hatte nicht nur mit den viel versprechenden Bildern unserer Privatunterkünfte zu tun – liebevoll umgebaute Land-, Guts- oder Bauernhäuser – sondern auch mit der Betreuung von France Naturelle.

Das Highlight erreichte uns etwa 10 Tage vor unserer geplanten Abfahrt: der Geheimtippreiseführer. Bei der Buchung haben wir ihn noch als nettes Beiwerk abgetan. Als wir ihn dann aber zusammen mit Karten- und anderem nützlichen Infomaterial in Händen halten, sind wir doch schwer beeindruckt. Angefangen beim hochwertigen Druck, der persönlichen Ansprache (dieses Exemplar wurde tatsächlich nur für uns gefertigt, mit unseren persönlichen Reisedaten und –zielen) bis hin zu der Fülle an hilfreichen Informationen. 

Das 145-seitige Werk enthält wirklich alles, was man über Frankreich, die Provence und unser spezielles Reiseziel wissen muss: Wo tankt man wann am günstigsten? Wer sind unsere Gastgeber? Welche Orte sind sehenswert und noch nicht touristisch überlaufen? Wo findet man nette, noch authentische Restaurants?Welche Wander- und Fahrradwege bieten sich an? Wo kann man beim Erzeuger Wein, Käse, Nougat oder Öl kaufen?

So machen wir uns an einem Samstag im August gut vorbereitet und  in freudiger Erwartung auf gen Süden.

Selbst für den Zwischenstopp auf halber Strecke müssen wir nun nichts mehr dem Zufall überlassen. Dank der Empfehlung von France Naturelle betten wir unsere Häupter in der Nähe von Dijon in eines der Gästebetten eines urigen Winzers, der selbst sein bester Kunde zu sein scheint und allabendlich Punkt 18 Uhr seine Übernachtungsgäste dazu einlädt, die Vielfalt seines Weinsortiments zu degustieren.

Endgültig überzeugt von France Naturelle sind wir, als wir die erste unserer drei Unterkünfte im Naturpark des Luberon erreichen. Wir logieren in einem mittelalterlichen Wehrturm eines kleinen Dorfes. Das gesamte Etablissement ist 1.000 Quadratmeter groß, es werden aber nur zwei Zimmer an Gäste vermietet. Deshalb muss auch mit Platz nicht gegeizt werden. Unser Zimmer hat geschätzte 50 Quadratmeter, das Badezimmer mit freistehender Wanne noch einmal ca. 30. Und die Terrasse, die inklusive kleinem Pool ebenfalls den wenigen Gästen zur Verfügung steht, umfasst sicherlich 100 Quadratmeter und bietet neben einem herrlichen Blick auf das Tal der Durance auch eine stete kühlende Brise.

Wir sind jedenfalls erst einmal sprachlos ob der Herrlichkeit und der Tatsache, dass wir hier vier Tage verbringen dürfen. Unsere Gastgeberin stammt aus Österreich und hat nach zahlreichen Auslandsaufenthalten in Frankreich ihre neue Heimat gefunden. Ihrem verstorbenen Mann, einem Architekten mit Sinn für historische Details und moderner Ästhetik, haben wir die gelungene Renovierung der ehemaligen Seidenspinnerei zu verdanken. Dass die Einrichtung der Räumlichkeiten dabei eher nach künstlerischen denn nach praktischen Maßstäben erfolgt ist, stört mich weniger als meinen mitreisenden Partner.

An unserem ersten Abend in der Provence testen wir dann auch gleich eine der Restaurantempfehlungen im Ort und werden auch hier nicht enttäuscht. Für sage und schreibe 21 Euro pro Person erhalten wir ein ausgezeichnetes Menü – jeder der vier Gänge ein Hochgenuss der provenzalischen Küche. Der Wein, so um die 2,50 Euro pro Glas, korrespondiert ebenso stimmig mit dem Essen wie die gesamte Einrichtung und stammt natürlich von einem Weingut aus der Nachbarschaft. Wie praktisch, dass unser Domizil nur 10 Minuten zu Fuß entfernt ist. So können wir unsere Gaumen großzügig mit den neuen, vielfältigen Geschmackseindrücken vertraut machen.

Auch unsere zweite Unterkunft ist Traum gewordene Wirklichkeit. Und zwar für ein junges Paar, das vor ein paar Jahren dem turbulenten Leben aus Paris entkommen wollte und einem alten Bauernhof aus dem Jahr 1896 neues Leben eingehaucht hat. Aufgrund der Lage am Fuße der Alpillen bieten sich für diesen Teil der Reise zahlreiche Wanderungen an. Theoretisch zumindest. Denn leider sind im Sommer die meisten Wanderungen nur von 6 bis 11 Uhr möglich - um die Waldbrandgefahr zu verringern.

Da wir aber im Urlaub auch ein wenig Schlaf nachholen wollen, können wir uns nicht wirklich dazu entschließen so früh aufzustehen. Und so bleiben uns ein paar offenbar spektakuläre Natureindrücke verwehrt. Aber eins steht auch fest: Wegen des Frühstücks haben wir jedenfalls nicht auf die Wanderungen verzichtet. Das besteht – auch das typisch französisch – lediglich aus Weißbrot, Butter und Marmelade.

Dafür servieren unsere Gastgeber an einem Abend ein wunderbares selbst gekochtes Menü, das wir zusammen mit den anderen Gästen an einem großen Tisch unter der imposanten Platane genießen. Dabei lernen wir einen Iren und seine spanische – Falsch! – katalanische Frau kennen und erfahren, dass man sich in Barcelona gar nicht so sehr über den WM-Sieg der Spanier gefreut hat. Weil sich die Menschen in Barcelona eben nicht als Spanier fühlen, sondern ausschließlich als Katalanen. Und wir führen ein anregendes Gespräch mit einem Franzosen, der bei einem deutschen Unternehmen arbeitet und daher nicht nur unserer Sprache mächtig ist, sondern uns auch seine Sichtweise auf die deutsche Mentalität näher bringt. Kurzum: ein netter Multikultiabend, der den Horizont wieder ein wenig erweitert hat.

Wer sich wundert, dass bisher noch keine Details über unsere Unterkünfte preisgegeben wurden, dem sei dies genau an dieser Stelle erklärt: den Mehrwert, den France Naturelle seinen Kunden bietet, sind neben allen anderen Tipps fernab der ausgetretenen Touristenpfade auch diese Unterkünfte. Nach ihnen wurde sorgfältig gesucht und sie wurden nach anspruchsvollen Kriterien  ausgewählt. Wir sind sehr froh, dass es Unternehmen wie France Naturelle gibt, die mit viel Liebe, Sorgfalt und persönlichem Engagement dazu beitragen, dass diese Art von Individualurlaub überhaupt möglich ist. Und deshalb soll mit diesem Bericht zwar Lust auf die Provence gemacht werden, aber nicht die Geschäftsgrundlage von France Naturelle unterwandert werden. Aber so ganz ohne Tipp soll der werte Leser natürlich auch nicht im Schein der provenzalischen Sonne stehen gelassen werden. Auf unserer Reise haben wir zahlreiche Dörfer besichtigt und zwei davon haben uns besonders gut gefallen: Ansouis und Venasque.

Beide Dörfer sind zwar (noch) sehr authentisch, bieten aber trotzdem ein Minimum an Infrastruktur, die man auch als Individualtourist zu schätzen weiß. In beiden Dörfern sind wir an so genannten Chambres d’Hôtes, private Unterkünfte mit maximal fünf Gästezimmern, vorbeigekommen, die uns von außen positiv aufgefallen sind. In Ansouis „Un Patio en Luberon“ und in Venasque „Les Oliviers“. Ob die beiden halten, was sie auch auf ihren Internetseiten versprechen, kann natürlich nicht gesagt werden. Aber der ein oder andere mutige Selbstplaner macht ja vielleicht mal die Probe aufs Exempel. 

Zurück zu unserem Provence-Rundum-Sorglos-Paket: Unsere dritte Unterkunft befindet sich im Herzen der Provence, in der Nähe der Welthauptstadt der kandierten Früchte, Apt. Und auch hier treffen wir auf zwei Aussteiger: einen ehemaligen New Yorker Investmentbanker und seiner französischen Frau. Sie haben ein Landhaus aus dem 18. Jahrhundert als ihre neue Heimat auserkoren und der Charme dieser Anlage hat sich schon bis nach Amerika herumgesprochen. So genießen wir das fantastische 3-Gang-Frühstück, vom Hausherrn persönlich jeden Morgen in der wildromantischen Küche zubereitet, vor allem mit Gästen aus den USA, die mal eben schnell einen Abstecher in die Provence machen, bevor es sie weiter nach London oder Oslo zieht.

Ausgeschlafen und um dem drohenden Gewichtszuwachs vorzubeugen, können wir uns hier endlich aufraffen eine der empfohlenen Wanderungen in Angriff zu nehmen. Und werden leider zum ersten Mal enttäuscht. Denn die viel versprechende Beschreibung einer einsamen Wanderung durch die Ockerfelsenlandschaft schwächelt leider im Mittelteil. Angaben wie „wenn Sie nach einer ganzen Weile aus dem Wald herauskommen“ führen uns nach eineinhalb Stunden Wanderns in die Irre, da wir uns nicht einig sind, wie lang eine ganze Weile ist und ob man schon aus dem Wald draußen ist, wenn mal für einen Meter kein Baum zu sehen ist. Aber das war eigentlich der einzige Punkt, den wir auf der ganzen Reise wirklich zu beanstanden hatten. Und hier hat France Naturelle auch schon Besserung gelobt.

Bleibt mir also am Schluss dieses kurzen Berichtes über die Provence nur noch, mit einer Mär aufzuräumen. Und die betrifft die naive Provence-Erstbesucher-Illusion, dass die ganze Gegend mit lila Lavendel durchwachsen ist. Der Lavendel ist zwar ohne Zweifel da. Aber lila ist er nur ungefähr ein bis zwei Wochen im Jahr. Und wann das der Fall ist, kann man so genau auch nicht sagen. Das hängt wie so oft vom Wetter ab. Im Juli scheint man aber ganz guten Chancen zu haben. Zum anschaulichen Vergleich hier zwei Bilder des berühmten Zisterzienser-Klosters Abbey de Sénanque.  

So oder ähnlich ziert das Kloster unzählige Postkarten und fast alle Reiseführer und Werbeplakate:

50 Wochen im Jahr bietet sich dem Besucher allerdings dieser Anblick:

Trotzdem, die Provence ist natürlich auch ohne blühenden Lavendel bezaubernd schön. Und als wir wieder zu Hause ankommen, die Erlebnisse der vergangenen 14 Tage im Gepäck, erwartet uns bereits eine 8-minütige DVD von France Naturelle, die die wichtigsten Stationen unserer Reise noch einmal zusammenfasst. Wir sind gerührt! Und falls wir jemals eine Reise nach Burgund oder an die Loire auf unserer Liste haben sollten, wissen wir, an wen wir uns wenden.

Darauf einen Rosé!

Gastautorin Karin Mlaker versorgt die Mitarbeiter der Deutschen Post DHL mit Informationen aus dem Unternehmen. Für Gotorio schrieb schon über dieSporadenChinaLissabon und Funchal und Bonn. Die Fotos schoss Frank Helbig.

Reader Comments (7)

Vielen Dank für den tollen Bericht. Gibt es etwas ähnliches wie France Naturelle auch für Italien?

September 8, 2010 | Unregistered CommenterKatrin

Ein ganz toller Reisebericht. Vielen Dank dafür.
Die Bilder sind wirklich traumhaft, da kommt man sofort in Urlaubsstimmung. Die Provence wird auf jeden Fall bei der nächsten Urlaubsplanung in Betracht gezogen.

September 16, 2010 | Unregistered CommenterLina

So romantisch, die Landschaft ist wie aus dem Bilderbuch. Wirklich unglaublich schön. Danke für diesen Reisebericht, das macht Lust zu Reisen.

September 21, 2010 | Unregistered CommenterFine

Wer bei diesem Reisebericht keine Lust auf die Provence bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen.
Nun habe ich das Gefühl, bei meiner letzten Reise blind durch die Provence gefahren zu sein.
Danke für diesen eindrucksvollen Reisebericht.

Oktober 3, 2011 | Unregistered CommenterDominique

Wenn man einmal eine Frankreichreise mit "France Naturelle" gebucht hat, möchte man das immer wieder tun in der Hoffnung, dass diese reizende Familie Kötting aus dem Norden Deutschlands immer mehr französische Regionen erforschen und ins Programm nehmen wird. Es ist unglaublich, welche Mühe sich die Veranstalter machen, mit wie viel Liebe und Sorgfalt sämtliche Quartiere, Reiserouten, Geheimtipps ausgesucht werden. Es wird für die Reisenden alles getan, um Frankreich individuell und fernab des Massentourismus kennen zu lernen. Der Name Kötting bürgt für absolute Qualität nicht nur vor, während und nach der Buchung, sondern ganz besonders während der Reise. Alles ist bis ins kleinste Detail geplant und doch ist man ganz individuell in Frankreich unterwegs. Im Gegensatz zu herkömmlichen Reiseführern, in denen meist nur Touristenattraktionen beschrieben sind, begleitete uns ein eigens für uns erstellter Reiseführer auf jeder Reise, sodass wir die schönsten Dörfer, tiefsten Schluchten und besten Lokale mühelos finden und Frankreich im wahrsten Sinne des Wortes erschmecken und erfühlen konnten. Wir freuen uns nun zum dritten Mal auf unsere Reise mit "France Naturelle" und ganz besonders darauf, dass bald die Bretagne ins Programm kommt.

März 17, 2013 | Unregistered Commentermarie

@ marie (Post 17.03.2013)

Gut zu wissen dass die Organisatoren ihr Geld Wert sind. Dennoch - zu viel Beweihräucherung der genannten in Ihrem Beitrag.
Sie erbringen eine Leistung und verlangen dafür einen Preis.Ob dieser Preis angemessen . oder zu groß, zu klein ist dass ist im Endeffekt dass was zählen wird

Apropos Preis-hinzu kommt noch die eigene Reise mit dem PKW.Würden Sie und verraten wieviel Sie insgesamt die Reise gekostet hat ? (pro Person bzw als Paar).Welche Kosten können noch auf einen zukommen?
Ich bin selber an eine Reise durch die Provence interessiert.
Danke

April 3, 2013 | Unregistered CommenterOlive

Was für ein schöner Reisebericht! Ich will auch in die Provence - mit oder ohne France Naturelle - ich bin mehr als urlaubsreif!!

September 3, 2014 | Unregistered CommenterBettina E.

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