Über Go to Rio

GotoRio  ist die etwas andere Reiseseite im Internet. Sie steht für subjektive Eindrücke und Erlebnisse, und wir, die Autoren, stehen mit unserem Namen zu dem, was wir schreiben. Reisen, Restaurantbesuche, Shoppingtouren sind selbst bezahlt - denn wir sind nicht käuflich.

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Warum heisst gotorio Go to Rio? Weil wir über alle Orte schreiben - außer Rio.

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Donnerstag
Mai242007

Hyatt statt Hilton

Wo wir gerade bei Hotels mit H waren: Ich plädiere dafür, nie in einem Hilton zu wohnen. Einfach nicht schön, diese Dinger. Ausserdem möchte ich nicht mal indirekt die Klamotten und pinkfarbenen Pudel von Paris mitfinanzieren. Nerviges Modemonster. Echt. Immer gern stattdessen im Hyatt absteigen. Die, die ich kenne - nämlich Berlin, Bangkok, Mainz sind alle schick und haben tollen Service. Das in Seattle find ich so ein ganz bisschen angestaubt, aber insgesamt muss man der Pritzker Familie, der gehören die Dinger nämlich, gratulieren zu so einer Hotelkette. Leider nicht börsennotiert. Würde die Aktien sofort kaufen.

Besonders beliebt sind die herrlichen Betten. Und da es wohl immer wieder Anfragen gab, wo man die kuscheligen Bettdecken herbekommt, kann man sie auch bestellen. Erzählte mir ein Freund, der sich in der Hyatt-Bettenwelt prima auskennt. Bei unseren Nachbarn ist kürzlich eine Lieferung angelandet. Leider hatte ich die Kamera nicht dabei. Sehr sehenswert! Eine Mischung aus Kissenschlacht und Frau Holle schüttelt die Betten aus. Bestellbar übrigens unter Hyatt at home.

Donnerstag
Mai242007

Paris ohne Hilton

Zwei Tage Paris. Oder besser gesagt: 2 Nächte. 1 Tag. Der Billigflug von Lufthansa für 98 Euro war eins der überzeugenden Argumente für diesen Kurztripp. Das Entscheidende allerdings lieferte meine Freundin Gwen aus New York, die gerade mit Anne aus Paris einen ‘Apartment swap’ macht.

Kein Hotel, sondern Annes schnuckelige Miniwohnung im 20 Arrondissement an der Grenze zum 11. Einzige Übernachtungsinvestition: Eine selbstaufblasebare Campingmatraze. Diese Anschaffung möchte ich hiermit allen verwöhnten 5-Sterne-Hotelbett-Schläfern ans Herz legen (von Moorhead, 38 Euro bei Karstadt Sport im Angebot). Superpraktisch, superbequem, auch für den Strand verwendbar oder fürs Übernachten auf dem Balkon in einer sternenklaren Sommernacht, wenns im Schlafzimmer viel zu heiss ist (ich kenne Leute, die sowas machen).

Nachahmenswert auch: unsere Stadtbesichtigung mit aussergewöhnlichem Fortbewegungsmittel… einem Segway . Ein zweirädriges Gefährt mit Elektromotor.

gwensegway.jpg

Ausgedacht hat sich die Dinger ein Erfinder aus New Hampshire (was soll man dort auch den ganzen Tag anderes machen, als sich Neuheiten ausdenken; viel Wald, dauernd Regen … aber ich bin schon wieder abgeschwiffen….) Fazit nach 4 Stunden Tour durch die Stadt:

Wer Skifahren kann, kommt mit dem Teil super klar, am besten lenkt sichs mittels Gewichtsverlagerung. Am meisten Spass machts, kleine Slalombögen zu fahren. Extra Fun! Und man bekommt einen guten Überblick über die Stadt, ohne sich Plattfüsse zu latschen oder in einem doofen Bus zu sitzen. In unserem Fall gabs auch noch einen sachkundigen Führer on Top: John, Historiker, aus San Diego, 23, ein Semester in Bonn (!), hat Spass an Geschichte und war so ein bisschen die städtische Version eines ‘Surfer-Dude’. Und so war dann auch die Fahrt durch Gärten, an Boulevards und Sehenswürdigkeiten entlang. Entspannt und interessant. p.s. man darf in Paris mit den Dingern sogar auf der Strasse fahren.

Besonders schön auch: unser Teestündchen bei Mariage Frères im Marais, in der Rue du Bourg-Tibourg. Sowieso für mich der schönste Stadtteil von Paris. Die Website ist leider etwas düster, der Teesalon hingegen im Colonialstil gehalten und hellgelb gestrichen. Die Kellner sind dem Ambiente angepasst in weisse Anzüge gewandet. Handschuhe inklusive. Und für die überwiegend weibliche Klientel mittelalten Datums werden die vom Restaurantchef offenbar passend gecastet: Les jeunes garcons sont tres galantes.

Aber zurück zum eigentlich Objekt der Begierde, dem Tee. Ich würde sagen 1000 Teesorten oder sowas in der mehrere hundert überschreitenden Grösschenordnung. Jedenfalls unfassbar viel. In einem dicken Buch festgehalten. Alle sind herrlich verpackt und deshalb auch ein gutes Mitbringsel aus Paris. Und man kann kleine Testmengen kaufen. Vor den Preisen im Salon sei allerdings gewarnt: zwei Kannen Tee und zwei Stückchen Kuchen - alles formidable versteht sich - für 45 Euro. Aber es lohnt sich. Versprochen.

Montag
Mai142007

Garni Hotel Sailer, Rottweil

Rottweil, und das mag mancher nicht glauben, der nur den Namen hört, Rottweil ist eine wirklich besuchenswerte Stadt. Wobei sich der gemeine Norddeutsche zunächst mal fragt: Wo zum Deubel ist Rottweil?

“So ziemlich in der Mitte zwischen Stuttgart und dem Bodensee”, lautet die Antwort. Eine Unter-30.000-Einwohner-Stadt mit herrlichem mittelalterlichem Stadtkern durch den zur Fassnet 3.000 Narren springen. Nennt man da so, also das Hauptereignis.

Rottweil aber hat ein Problem: seine Hotels. Die meisten von ihnen verströmen jenen Charme der Abgewohntheit, der sich häufig in kleineren Städten findet, in denen die Konkurrenzsituation der Hotellerie den Renovierungsdruck auf ein Minimum gesenkt hat.

Das “Garni Hotel Sailer” dagegen ist wenigstens sauber und unstaubig. Seine Betten sind schmal, aber erträglich gepolstert, der Einrichtungsstil ist eine eine 80s-Reminiszenz in Stahlblau. Es liegt wenige Fußminuten vom Rottweiler Markt entfernt. Wobei eigentlich fast alles wenige Minuten vom Fußminuten vom Markt entfernt ist.

Und so könnte das Sailer die ideale Station für ein Wochenende sein - gäbe es nicht diesen Hang zur Unflexibilität seitens der Besitzer und Angestellten. Fünf Minuten länger frühstücken? “Tut mir leid, wir müssen abräumen.” Eine halbe Stunde den Frühstücksraum für eine Besprechun nutzen “Tut mir leid, wir schließen den gleich ab. Und wir müssen vorher noch für morgen eindecken.” Spätes auschecken? “Da muss ich den Chef fragen.” Ergebnis: Am Abend ziert ein Zettel das Bett: “Bitte checken Sie um elf Uhr aus.”

Die Freundlichkeit, mit der jede, aber auch wirklich jede Bitte der Gäste abgelehnt wird, ist bemerkenswert. So höflich und freundlich lächelnd wird man sonst bestenfalls im kommunistischen Teil Asiens abgemeiert. Da passt es nur ins Bild, dass an der Eingangstür per Schild ein generelles Hundeverbot ausgewiesen wird - hinter der Tür in der Rezeption aber schon morgens Kratzen, Schnüffeln und Winseln zu hören ist: Das Verbot fördert vor allem das Wohlbefinden der drei hektischen Wauwaus des Besitzers.

Selbst eine gewisse wirtschaftliche Macht mag die Führung des “Sailer” nicht beeindrucken. Denn in Rottweil weilten wir anlässlich einer Hochzeit und bescherten dem Hotel die Füllung von rund zehn Zimmern. Diesen Fehler werden wir nicht wiederholen.

Garni-Hotel Sailer
Karlstraße 3
78628 Rottweil

Mittwoch
Apr252007

Lily Pond Lodge, Natures Valley

Lilienteich-Lodge - das klingt nach “ganz weit draußen”. Ist es auch. Fast eine halbe Stunde fährt man von der Lily Pond Lodge zum nächsten größeren Ort Plettenberg Bay, einem der wichtigen Urlaubsorte an der südafrikanischen Garden Route. Eigentlich wäre solch eine Abgeschiedenheit für uns ein Grund gewesen, eine andere Unterkunft zu suchen, doch Freunde hatten uns von Lily Pond vorgeschwärmt.

Lillypont 030.jpg 

Zu Recht: Die Lodge ist sehr schön designed. Zwei bis drei Flachdachbungalows sind zu Einheiten zusammengefasst, die günstigeren unter ihnen haben eine Terrasse, die teureren eine Terrasse zum Lilienteich, wo sich jeden Morgen die Blüten öffnen und sich am Abend schließen. Wer die Ruhe mag, wird dies alles lieben. Das Personal passt dazu: Freundlich aber nicht übertrieben jovial. Die Zimmer sind eher afrikanisch angehaucht denn wirklich landestypisch. Groß sind sie, wie die meisten gehobenen Unterkünfte in Südafrika sowieso.

 


Lillypond 059.jpgNur wenige Autominuten entfernt gibt es zwar keine Stadt - aber reichlich was zu sehen im Tsitsikamma Nationalpark. Zum Beispiel Monkeyland, ein Park, der Affen auswildert. Direkt daneben Birds of Eden, eine Voliere gigantischen Ausmaßes, für die jeder, der Vögel nicht zur gegrillt mag, zwei Stunden einplanen sollte. Mindestens. Wandern kann man natürlich auch, Bungee springen von der angeblich höchsten Sprungstelle ihrer Art weltweit und Strände sind auch in der Nähe. Diese sind von atemberaubender Länge und fast beängstigender Einsamkeit. Nur Schwimmen ist eher nicht zu empfehlen: Wie so oft in Südafrika sind die Wellen hoch und die Strömung stark.

So wäre die Lily Pond Lodge eigentlich ein exzellenter Ausgangspunkt, um den Tsitsikamma zu erkunden. Doch ist noch zu berichten vom großen Manko des Hauses. Geführt wird es von einem holländischen Ehepaar, was an sich ja sehr schön ist. Nur: Die Dame des Hauses bereitet das Dinner selbst zu. Nun bewegt sich, die holländischen Leser mögen es mir verzeihen, es gilt hier ehrlich zu sein, die Kochkunst unserer westlichen Nachbarn ohnehin schon in engen Grenzen. Doch hier kommt hinzu: Das Besitzerpaar hat sich bei den niederländischen Streitkräften kennengelernt. Eine Ex-Soldatin am Herd, also. Und so schmeckt es eher mittelmäßig. Also nicht grauenvoll, nein, nein, nein. Aber eben nicht dolle. Und das wäre vielleicht in Holland zu akzeptieren - aber nicht im Gourmet-Paradies Südafrika. Und so sei gewarnt, wer Lily Pond bucht: Abendliche Fahrten von mindestens einer halben Stunde nach Plettenberg Bay oder Knysna sind wohl unumgänglich, ist einem leckeres Essen wichtig.

 5/7

Lily Pond Lodge
R102 Nature’s Valley Rd., The Crags
Garden Route Western Cape

 

Mittwoch
Apr252007

Wilderness Manor, Wilderness

Unser Blick sagt alles. Wir schauen uns an und denken beide das Gleiche:

“WAS ZUM TEUFEL HABEN WIR DENN DA GEBUCHT?”

 Im Internet hatte das Wilderness Manor in Wilderness an der südafrikanischen Garden Route sehr stylisch gewirkt. Toll designed, afrikanisch mit Stil. Doch nun stehen wir vor einem langweiligen Wohnhaus mit scheinbar toten Fenstern. Vielleicht wären wir direkt wieder abgerauscht, hätten wir nicht schon nach südafrikanischer Sitte einen Teil anbezahlt - und wäre nicht Marianne erschien, die spiddelige Herrin des Hauses mit ihrer vereinnahmenden Freundlichkeit.

Und was wäre es für ein Fehler gewesen, hier nicht zu nächtigen. Das Wilderness Manor ist bei aller äußerlichen Langeweile eine Perle. Marianne ist eine Meisterin der Inneneinrichtung und des Gartenbaus, ihr Mann Johann ein Kenner der Gegend. Vier Zimmer gibt es und unseres lag im Erdgeschoss - eigener Steingarten inklusive.

Wilderness Manor 031.jpgUnd die toten Fenster? Die sehen nur von unten so aus: Sie umgrenzen eine große Lounge mit Unmengen antiquarischer und neuer Bücher. Hier treffen die Gäste nach dem Frühstück Johann und besprechen ihre Pläne. Für jede Aktivität hat er die passende Karte und hat man Lust auf Strand, sagt er verschwörerisch: “Ich stelle was raus” - und dann lehnen am Wagen ein Sonnenschirm, Strandstühle und eine Tasche mit Laken.

7/7 Sternen 

 

 

Wilderness Manor
397 Waterside Road
Wilderness 6560
South Africa