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Sonntag
Jul232017

Skulptur Projekte: Warum man in diesem Sommer unbedingt nach Münster fahren sollte

Eine Schrebergartenkolonie am nördlichen Rand der Münsteraner Innenstadt. Wir gehen suchend den “Müßiggang” entlang, einen der beiden Hauptwege. Zur Linken liegt “Zur Gießkanne”, das Vereinsheim, in dem anscheinend gerade Hochzeit gefeiert wird. 

Einer der Feiernden verlässt die Gießkanne, er weiß was wir wollen: “Da hinten zum gelben Sonnenschirm” müssten wir. 

Wir kommen ins Gespräch, stehen vor seinem liebevoll gepflegten Schrebergarten mit der BVB-Hummel im Sprayer-Design über der Eingangstür, reden darüber, wie teuer so ein Schrebergarten ist (unter 400 Euro im Jahr, wenn man nicht so viel Strom und Wasser verbraucht), wie viel Arbeit er macht, über Borussia Dortmund und Preußen Münster und über den Garten seiner Ex-Frau schräg gegenüber, die sich in der Mitte des Lebens entschieden hat, künftig Frauen den Männern vorzuziehen.

“Wo bleibst du denn?”, fragt da ein anderer Schrebergärtner, die Hochzeitsgesellschaft warte auf das versprochene Kabel. Der Sohn jenes Nachbars, erfahren wir, hat die Hummel am Eingang der Hütte gesprayt. 

Es sind solche Momente, die in diesem Sommer eine Fahrt nach Münster so empfehlenswert machen. Denn wir sind ja nicht zufällig in jene Schrebergartenanlage gelaufen, sondern weil sich in ihr bis Ende September ein Kunstwerk verbirgt, angelegt von Jeremy Deller, einem der bedeutendsten britischen Künstler unserer Zeit. 

Alle 10 Jahre ist das so in Münster. Dann stehen Skulpturen und Videoinstallationen quer durch die Stadt verteilt an Orten, von denen wir die allermeisten selbst bei regelmäßigen Besuchen der Stadt (die angesichts einer Dauerkarte für Preußen Münster ja stattfinden) niemals finden oder gar betreten würden. 

“Skulptur Projekte” heißt diese Ausstellung, die in diesem Jahr zum fünften Mal stattfindet – und die so ist wie keine andere, die wir kennen. Denn die teilnehmenden Künstler – und wir reden hier von weltweit angesehenen Vertretern ihrer Art – müssen nach Münster reisen um einen Ort auszuwählen, für den sie ein Objekt gestalten. Und dann ist Münster einen Sommer lang voll von Kunst, für die kein Eintritt entrichtet und kein Museum besucht werden muss. 

Nach jeder Ausgabe werden aber auch mehrere Werke angekauft, so dass Münster ohnehin ein kaum bekannter Skulpturengarten ist, in dem jeden Tag Werke von Claes Oldenburg, Richard Serra, Rosemarie Trockel oder Thomas Schütte zu sehen sind. 

Die Offenheit hat bemerkenswerte Folgen.

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